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Strategiekommunikation: Veröffentlichung der Strategie

Strategiekommunikation: Müssen sie das wirklich wissen?

 

Ein Thema, bei dem sich Führungskräfte oft noch immer unsicher sind: Müssen Mitarbeiter wirklich die Strategie kennen?
Meine klare Antwort darauf: JA und sogar noch mehr! Sie müssen sie verstehen und wissen, wie sie mit ihrem eigenen Tun zu deren Umsetzung beitragen.  

Die Frage hat sehr unterschiedliche Hintergründe.
Einerseits gibt es nach wie vor die Einstellung, dass es die Mitarbeiter nichts angeht. Sie sollen „einfach Ihren Job machen“ und ich habe das Wissen und damit die Macht.

Andererseits fehlt das Wissen, wie es gelingen kann, dass die Mitarbeiter gut informiert und eingebunden werden. Dafür gibt es hier einige Tipps, wie das gut gelingen kann.

Die oben beschriebene Grundhaltung in Unternehmen zu verändern ist auch möglich, jedoch meistens ein längerfristiges Vorhaben.

 

Verkündung der Strategie, der erste große Schritt 

Für die Unternehmensleitung ist die neue Strategieausrichtung schon ganz selbstverständlich und gesetzt. Haben sie sich doch, häufig über Monate, intensive Gedanken zur Ausrichtung des Unternehmens gemacht.
Vieles wurde gedacht, vieles wurde verworfen. Am Ende wurde dann festgelegt, welche Wege sie gehen möchten und welche auch nicht.

Damit sich die Mitarbeiter möglichst genauso damit identifizieren können wie die Unternehmensführung, müssen sie gerade zu Anfang sehr umfassend informiert werden.
Wichtig ist es dabei auch die Geschichte der Entstehung der Strategie zu erzählen, inklusive was gedacht und verworfen wurde bzw. warum sich auf den beschlossenen Weg festgelegt wurde.  

Für die Mitarbeiter muss dabei unbedingt die Möglichkeit eingeräumt werden, alle Fragen zu stellen, die sie beschäftigen.
Ansprechbar bleiben, für die Fragen und vielleicht auch Ängste der Mitarbeiter, sollte auch nach der Verkündung unbedingt gegeben sein.
In kleineren Unternehmen wird dieser Austausch vermutlich der Hauptkommunikationsweg bleiben.

 

Wer bekommt zuerst welche Information

Sinnvoll ist, angepasst nach die Unternehmensgröße, das klassische Kaskadenmodell für die Kommunikation.
In diesem wird von der obersten, über die mittlere zur unteren Führungsebene und dann zu den Mitarbeitern informiert.

Der Vorteil am kaskadischen Vorgehen ist, dass die jeweilige Ebene darüber bereits die Möglichkeit hatte, sich mit den Neuerungen zu beschäftigen und über die Auswirkungen für seine Mitarbeiter nachzudenken. Die Führungskraft soll nach der Information an die nächste Ebene ja Ansprechpartner für Fragen sein und ist umsetzungsverantwortlich.

 

Wie die Information am besten ankommt  

Gemeint ist mit der Information an die Mitarbeiter aber nicht unbedingt eine Frontalbeschallung mit Folienschlacht.
Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Im Gegenteil, Außergewöhnliches, vielleicht mit Erlebnischarakter, bleibt noch besser im Gedächtnis.

Sie könnten beispielsweise einen strategischen Marktplatz aufbauen, in dem sich die Mitarbeiter frei bewegen und die Geschäftsleitung, vielleicht auch mit der ersten Verantwortungsebene, zu jedem Thema einen kurzen Abriss gibt und für Fragen zur Verfügung stehen.

Gerade auch für kleinere Unternehmen ist das eine leichter zu organisierende Idee, da die Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum die ‚Ausstellung‘ besuchen können, ohne die Erreichbarkeit oder Produktion einzuschränken.

 

 

Wiederholung festigt das Bewusstsein und Verständnis – seien Sie kreativ 

Mit der Verkündung ist die Strategiekommunikation aber bei weitem nicht abgeschlossen. Diese ist nur der erste Schritt, wenn auch der entscheidende, einer ganzen Wanderung.

Zum einen sollten von den im letzten Blogbeitrag erwähnten Möglichkeiten zur schriftlichen Kommunikation reichlich Gebrauch gemacht werden.
Je nach Unternehmensgröße und Möglichkeiten, empfehle ich auch andere Formate einzusetzen, um die Strategie anfassbar zu machen. 

 

 

Hier einige Beispiele für (kreative) Strategiekommunikation

Nutzen Sie vielleicht eine Gamification als unterhaltsame Beschäftigung mit der Unternehmensausrichtung.
Sie könnten zum Beispiel eine Schnitzeljagd durch die Firma machen, wenn Sie die Strategie im Unternehmen aushängen haben, und dort versteckt Symbole platzieren, die die Mitarbeiter finden sollen.
Dem ersten oder kreativsten Mitarbeiter, der die Aufgabe löst, winkt dann ein Preis – vielleicht mit Bezug zur Strategie.

Um der Wichtigkeit der Ausrichtung Rechnung zu tragen ist ein Strategie-Newsletter ebenfalls ein gutes Mittel. Anfangs vielleicht im 14 tägigen Rhythmus, dann monatlich, über Entwicklungen zu berichten, hält die Aufmerksamkeit hoch und Aussagen wie: „Die Strategie geht nur die Geschäftsführer an“ oder „Die Strategie ist doch bereits erledigt“, haben keine Chance.

Auch digitale Wege, wie ein Strategie-Podcast oder Strategie-Videobotschaft, sind eine gute Möglichkeit, um Mitarbeiter, Projektleiter, Führungskräfte oder auch die Vorstände zu Wort kommen zu lassen und der Strategie damit Leben einzuhauchen.

Unterschätzen sollten Sie auch nicht die Wirkung eines persönlichen Briefs von der Unternehmensleitung, in dem die wahrgenommenen Strömungen aufgegriffen werden, Erfolge und Misserfolge darzustellen und für den neuen Weg immer wieder zu werben. 

 

Fazit: Kreativität und Wiederholung machen Sie erfolgreich

Der Zeitaufwand für eine umfassende Kommunikation an alle Mitarbeiter ist nicht zu unterschätzen. Er lohnt aber in jedem Fall! Wie sollen Mitarbeiter, gemeinsam mit der Geschäftsleitung, an einem Strang ziehen, wenn noch kein konkretes Bild in deren Köpfen entstanden ist.

Es ist ein allgemein bekanntes Phänomen, dass Neuerungen, wenn sie nicht öfter ins Bewusstsein geholt werden, wieder aus dem Fokus verschwinden. Nutzen Sie daher jede (!!) Gelegenheit, um über die Strategie zu sprechen und überlegen Sie schon vor der Verkündung, mit welchen (kreativen) Formaten sie lebendig bleibt.

Mit diesen Bemühungen schaffen Sie Verständnis und Sicherheit für die Mitarbeiter, was zu mehr Erfolg führen wird. Mit etwas Engagement kann die strategische Reise zu einem gestärkten Miteinander führen und das mit viel Spaß.
Welche Geschäftsleitung und welcher Mitarbeiter wünscht sich das nicht?  

 

Gelangen Sie hier zu meinem Blogbeitrag: Strategiekommunikation: Wie kommt was an?
Dort erfahren Sie wie sie die Strategie gut formulieren können und womit Sie sich gut in den Köpfen der Mitarbeiter verankert.